Zielstruktur
Je nach Wellenlänge wird Energie bevorzugt von Wasser, Pigment, Blutgefäßen oder ausgewählten tieferen Gewebestrukturen aufgenommen.
Hautstruktur, Pigment, Gefäße, Narben und Gewebeerschlaffung liegen in unterschiedlichen Hautschichten. Deshalb arbeiten wir nicht mit einem Universallaser, sondern wählen und kombinieren präzise die Technologie, die zur Zielstruktur, Hauttiefe und gewünschten Regenerationszeit passt.
Die Wellenlänge bestimmt, welche Struktur Energie aufnimmt. Die Einstellung bestimmt, wie intensiv und wie tief behandelt wird. Erst das Zusammenspiel entscheidet über Wirkung, Heilung und Ergebnis.
Je nach Wellenlänge wird Energie bevorzugt von Wasser, Pigment, Blutgefäßen oder ausgewählten tieferen Gewebestrukturen aufgenommen.
Oberflächliche Verfahren wirken anders als Systeme, die Lederhaut, Unterhaut oder die Übergangszone zur Muskelschicht erreichen.
Mehr Oberflächenwirkung kann stärkere Erneuerung ermöglichen, erfordert aber meist auch eine längere und sorgfältigere Heilungsphase.
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Strukturverbesserung in der Lederhaut – ohne die gesamte Hautoberfläche abzutragen.
Der fraktionierte Erbium-Glass-Laser setzt viele mikroskopisch kleine Wärmezonen in der Haut. Dazwischen bleibt unbehandeltes Gewebe erhalten, das die Regeneration unterstützt. Die Energie erreicht vor allem die Lederhaut und stimuliert dort Umbauprozesse von Kollagen und Gewebestruktur.
Weil die Oberfläche weitgehend erhalten bleibt, ist die Erholung meist schneller als nach klassisch ablativen Resurfacing-Verfahren. Die geringere direkte Oberflächenwirkung ist gleichzeitig die Grenze der Methode – bei ausgeprägten oberflächlichen Veränderungen kann eine Kombination sinnvoller sein.
Intensive Hauterneuerung und präzise Abtragung – mit ausgeprägter Oberflächenwirkung.
Die Energie des CO₂-Lasers wird stark von Wasser im Gewebe aufgenommen. Dadurch kann Haut sehr präzise abgetragen und gleichzeitig eine thermische Reaktion in der Umgebung ausgelöst werden. Fraktioniert entstehen mikroskopische Behandlungssäulen; fokussiert können ausgewählte Hautveränderungen gezielt entfernt werden.
Die ausgeprägte Oberflächen- und Wärmewirkung ermöglicht intensive Erneuerungsprozesse. Im Gegenzug sind Rötung, Krustenbildung und eine längere Heilungsphase stärker als bei nicht-ablativen Verfahren.
Oberflächennahe Stimulation bei weitgehend erhaltener Hautbarriere – besonders für Pigment und Hautqualität.
Der 1927-nm-Thulium-Laser wirkt deutlich oberflächennäher als Fraxel 1550 nm. Er erzeugt kontrollierte mikroskopische Wärmebereiche in der Epidermis und oberen Dermis, ohne die gesamte Hautoberfläche klassisch abzutragen.
Der Vorteil ist eine meist schnelle Erholung und eine gezielte Wirkung auf oberflächliche Pigment- und Texturveränderungen. Da die Oberfläche weitgehend geschont wird, fällt die direkte abtragende Wirkung geringer aus als bei Er:YAG oder CO₂. Gerade deshalb kombinieren wir Thulium bei Bedarf mit anderen Systemen.
Feine, kontrollierte Abtragung mit geringer thermischer Randzone.
Die Wellenlänge des Er:YAG-Lasers wird besonders stark von Wasser aufgenommen. Dadurch lässt sich Gewebe sehr präzise und schichtweise abtragen. Im Vergleich zum CO₂-Laser bleibt die thermische Randzone typischerweise schmaler.
Das System eignet sich damit besonders für oberflächliche Hauterneuerung, präzise Konturierung und ausgewählte gutartige Hautveränderungen. Die Intensität kann von sehr fein bis deutlich ablativ angepasst werden.
Straffungsimpulse in tieferen Gewebeschichten – ohne Abtragung der Hautoberfläche.
HIFU arbeitet nicht mit Licht, sondern mit hochintensiv fokussierten Ultraschallwellen. Die Energie wird in definierten Tiefen gebündelt und erzeugt dort kleine thermische Koagulationspunkte. Die Hautoberfläche bleibt dabei intakt.
Mit Kartuschen für 1,5 mm, 3,0 mm und 4,5 mm können unterschiedliche Ebenen von Dermis, Unterhaut und im Gesicht die Übergangszone zum SMAS angesprochen werden. Ziel ist ein schrittweiser Straffungs- und Remodeling-Effekt, nicht eine sofortige chirurgische Gewebeentfernung.
1064-nm-Energie für ausgewählte tieferliegende Gefäße, Pigmente und weitere medizinische Indikationen.
Die 1064-nm-Wellenlänge dringt vergleichsweise tief in die Haut ein. Je nach Pulsdauer und Einstellung kann die Energie gezielt auf Blutgefäße, dunkle Pigmente oder andere ausgewählte Zielstrukturen abgestimmt werden.
Bei Gefäßbehandlungen wird das Blut im Gefäß erwärmt, während die umgebende Haut möglichst geschont wird. Die genaue Eignung hängt stark von Durchmesser, Tiefe, Farbe, Hauttyp und Lokalisation der Veränderung ab.
Extrem kurze Energieimpulse fragmentieren eingelagertes Pigment, damit es schrittweise abgebaut werden kann.
Kurzgepulste Laser geben Energie in extrem kurzer Zeit an Farbpigmente ab. Dadurch entstehen vor allem photoakustische Kräfte, die Pigmentpartikel in kleinere Fragmente zerlegen. Diese werden anschließend über körpereigene Prozesse schrittweise abtransportiert.
1064 nm wird vor allem für dunkle Farben wie Schwarz und Dunkelblau eingesetzt; 532 nm kann bei ausgewählten roten, orangefarbenen oder oberflächlicheren Pigmenten wirksam sein. Farbe, Tiefe, Pigmenttyp, Tätowiertechnik und Hauttyp bestimmen den Verlauf.
Wir beginnen mit dem Befund und wählen danach das geeignete System. Bei vielen Problemen ist eine Kombination verschiedener Tiefen und Wirkprinzipien wirkungsvoller als ein einzelnes Verfahren.
Feine Falten, Poren, raue Textur, lichtbedingte Hautalterung und nachlassende Hautqualität.
Aknenarben, Operationsnarben, eingesunkene, verdickte oder strukturell unruhige Narben.
Altersflecken, Photodamage, ausgewählte Hyperpigmentierungen und bestimmte Pigmentstörungen.
Tieferliegende Gefäße, ausgewählte Besenreiser und Gefäßveränderungen nach ärztlicher Einordnung.
Verhornungen, seborrhoische Keratosen und ausgewählte erhabene Veränderungen – erst nach sicherer Diagnose.
Leichte bis mäßige Erschlaffung an Jawline, Wangen, Kinn und Hals ohne operative Hautentfernung.
Professionelle und laiengestochene Tattoos, Permanent Make-up und traumatisch eingebrachte Pigmente.
Oberfläche, Lederhaut und tieferes Gewebe können getrennt geplant und sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Die Tabelle zeigt die grundsätzliche Ausrichtung. Die tatsächliche Wirkung hängt immer von Gerät, Handstück, Pulsdauer, Energie, Dichte, Areal und Hauttyp ab.
| System | Prinzip | Schwerpunkt | Oberfläche | Typische Erholung |
|---|---|---|---|---|
| Fraxel 1550 | Nicht-ablativ, fraktioniert | Dermale Struktur, Narben | Weitgehend erhalten | Kurz bis moderat |
| CO₂ 10.600 | Ablativ, thermisch | Resurfacing, starke Strukturveränderung | Gezielt abgetragen | Deutlicher |
| Thulium 1927 | Nicht-ablativ, oberflächennah | Pigment, Photodamage, Hautqualität | Weitgehend geschont | Meist kurz |
| Er:YAG 2940 | Präzise Ablation | Oberfläche, Verhornung, Konturierung | Kontrolliert abgetragen | Variabel |
| HIFU | Fokussierter Ultraschall | Tiefere Straffungsebenen | Intakt | Keine offene Haut |
| Nd:YAG 1064 | Selektive Photothermolyse | Tiefere Gefäße / ausgewählte Ziele | Intakt | Variabel |
| Tattoo 532/1064 | Photoakustische Fragmentierung | Farb- und Fremdpigmente | Meist nicht ablativ | Kurz, mit Abheilintervall |
Diese Übersicht ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Insbesondere bei Pigmenten, Gefäßen und Hautveränderungen muss vor der Behandlung eine Diagnose gestellt werden.
Das lässt sich nicht allein anhand eines Behandlungswunsches entscheiden. Wir beurteilen Diagnose, Hauttyp, Tiefe, Farbe, Struktur, Vorbehandlungen und gewünschte Ausfallzeit. Häufig sind mehrere Systeme grundsätzlich möglich, unterscheiden sich aber in Intensität, Sitzungszahl und Regeneration.
Eine Hautveränderung kann gleichzeitig Oberfläche, Pigment, Lederhaut und tieferes Gewebe betreffen. Ein oberflächlicher Laser kann eine andere Aufgabe übernehmen als Fraxel oder HIFU. Durch eine abgestufte Kombination lässt sich jede Ebene gezielter behandeln, ohne ein einzelnes System unnötig aggressiv einzustellen.
Nicht automatisch. Nicht-ablativ bedeutet zunächst, dass die Hautoberfläche nicht flächig abgetragen wird. Ein solches System kann in der Tiefe trotzdem eine ausgeprägte biologische Reaktion auslösen. Für direkte Oberflächenabtragung sind ablative Laser jedoch wirkungsvoller.
Das reicht von vorübergehender Rötung ohne offene Haut bis zu mehreren Tagen oder einer längeren Abheilung nach intensivem Resurfacing. Entscheidend sind Technologie, Energie, Dichte, Behandlungsfläche und individuelle Reaktion. Die realistische Erholungszeit besprechen wir vor der Behandlung.
Pigmentierte Hautveränderungen müssen zuerst sicher diagnostiziert werden. Bei unklaren oder verdächtigen Befunden ist eine vollständige Entfernung mit histologischer Untersuchung häufig wichtiger als eine rein kosmetische Laserabtragung. Erst nach ärztlicher Einordnung wird entschieden, ob eine Laserbehandlung vertretbar ist.
In der Beratung analysieren wir Befund, Hauttyp, Ziel und gewünschte Erholungszeit und entwickeln daraus ein nachvollziehbares Behandlungskonzept.